Zwischenräume

von Rolf Maybaum

Ich bin jetzt fast ein Jahr im „Ruhestand“. Einige Abläufe, wie zum Beispiel die Hausarbeit, der Gang mit dem Hund und die Zeiten mit den Enkelkindern haben sich gut eingespielt. Ich genieße den Freiraum, den ich seit dem Ende meines Berufslebens eigenverantwortlich nutzen kann. Spontan den Spaziergang mit dem Hund am „Brockenblick“ bei einem Pott Kaffee und einem Stück Käsekuchen unterbrechen und denken, wie schön könnte der Blick auf den Brocken jetzt sein, wenn die wunderbaren frisch belaubten Buchen nicht im Weg stehen würden.

Und dennoch habe ich mich noch nicht ganz von dem über vierzig Jahre eingeübten Bild eines „sinnvoll“ ausgefüllten Tagesablaufes lösen können. Meine augenblicklichen  Projekte Familiengeschichte und Unterwegssein sind keine atemlosen Termingeschäfte. Es entstehen Zwischenräume, ich könnte durchatmen. Dann kommt sie immer mal wieder durch, die Frage: Gammelst du jetzt hier nur rum oder genießt du deine Freizeit, in der Gedanken, Pläne und Aufmerksamkeiten entstehen können?