Recycle notebook on grunge background

Freiraum

von Rolf Maybaum

Ich war erstaunt, von wie vielen materiellen Dingen ich lassen konnte. Ganze Regale gelesener Bücher sind in ehrenamtlichen Bücherstuben verschwunden. Vieles, das vorläufig abgelegt wurde, um es irgendwann noch einmal zu nutzen, erwies sich als überholt und überflüssig. Allein dieser Prozess hat mein räumliches Umfeld übersichtlicher und leichter gemacht. Ein befreiendes Gefühl. Der Blick bleibt nicht mehr an Überholtem hängen, sondern kann sich ungehindert auf das Wichtige richten.

Immer klarer wurde, dass ich mir Zeit nehmen wollte, den neu gewonnenen Freiraum zu erspüren und auf mich wirken zu lassen. Nichts mit Aktionismus erzwingen, sondern mich anregen und anstiften lassen. Endlich zu einer Wanderung aufbrechen können, ohne das Wochenende abwarten zu müssen. Die Wohnung zu renovieren, egal ob es zwei, drei oder vier Tage dauern würde, ohne den kostbaren Jahresurlaub dafür vergeuden zu müssen. Meine Rolle als Großvater genießen, weil auch noch genug Zeit bleibt, hinterher auszuruhen.

Im Oktober 2013 habe ich an einem einwöchigen Bildungsurlaub des kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt teilgenommen. Auf Baltrum ging es „Auf zu neuen Ufern … Neuorientierung am Ende des Erwerbslebens“. Es war ein anregender Austausch mit Menschen in einer vergleichbaren Lebenssituation. Mein Ergebnis dieser Woche war, dass meine Vorstellung, ohne fertiges und umfassendes Konzept, aber mit einer „Wunschliste“ in den Ruhestand zu starten, gar nicht so abwegig war.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>