Von Langeweile keine Spur

von Bernhard Noormann

Ganz wichtig für meine Frau und für mich ist unser Garten, unser kleines Paradies. Sich einfach einmal zurückziehen können, die verschiedenen Sitzecken im Garten nutzen, einfach die Seele baumeln lassen, egal ob mit oder ohne Schaufel oder Gartenschere.

 Zweimal im Monat fahre ich nach Leer und biete bei der Lebenshilfe Leer e.V. jeweils einen Gesprächskreis für junge Männer bzw. für Männer und Frauen Ü55 mit körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen an. Die Menschen in den drei Gruppen freuen sich, wenn ich komme, aber auch für mich ist es eine wertvolle Erfahrung, auch wenn es nicht immer ganz einfach ist.

 Gewählt wurde ich in den Konventsrat des Diakoniekonvents Lutherstift Falkenburg, dort hatte ich damals studiert, und somit bin ich einmal im Monat in Falkenburg, um mit über die Belange des Diakoniekonventes zu beraten.

 Ganz ist die Männerarbeit natürlich auch nicht aus dem Kopf, und so habe ich im September für ein Referat in einem Männerkreis zugesagt; werde am Männersonntag predigen, und im kommenden Jahr ist  ein Haus auf Spiekeroog für ein Männerseminar gebucht.

 Weiterhin ist von Langeweile keine Spur, meine Frau und ich genießen die Zweisamkeit, und wenn dann noch Zeit bleibt, ist der neueste Krimi von Klaus-Peter Wolf „Ostfriesenwut“ auch noch da.

Wenn die Ehefrau in Rente geht

von Rolf Maybaum

Seit August ist meine Frau Rentnerin. Die letzten Wochen und Tage ihres Arbeitslebens zogen sich mehr und mehr in die Länge und plötzlich war er da, der Abschied von beruflicher Routine und lieben Kolleginnen. Wir haben viel über die uns beide betreffende Veränderung gesprochen und ahnten, dass wir noch mal einer großen Herausforderung begegnen würden.

In meinem einjährigen Vorsprung habe ich mich organisiert und einen Rhythmus entwickelt, der sich jetzt durch die neue und dauerhafte Gemeinsamkeit mit meiner Frau wieder verändern dürfte. Endlich konnte ich zumindest vormittags tun und lassen was ich wollte. Keine Rücksprachen, keine Besprechungen, unverbindliche to-do Listen – eine große Freiheit.  Die alten Arbeitsteilungen z. B. bei der Hausarbeit haben sich seit dem Beginn meines „Rentnerlebens“  aufgelöst und sollen keinesfalls in den „vorruheständlichen“ Zustand zurückgeführt werden.

Plötzlich beschleicht mich das Gefühl, einige der übernommenen Hausaufgaben gegen Begehrlichkeiten meiner Frau verteidigen zu müssen. Hatte ich die übernommenen Arbeiten etwa nicht gut genug gemacht? Da werden wir noch drüber reden müssen!

Zwei Artikel in einer der letzten Ausgaben der Wochenzeitung „Die Zeit“ und die Lektüre der Geschichte „In Rente“ von Wolfgang Prosinger gaben reichlich Vorlagen und Anregungen für die Gespräche. Die gewonnene Freiheit ist ein Genuss,  der nicht in Langeweile und übertriebener Zweisamkeit versiegen soll. Individuelle Freiheit, gemeinsames Erleben, großelterliche Herausforderungen und einfach Spaß am Leben müssen ihren angemessenen Raum finden.

„Der Renteneintritt ist so etwas wie eine zweite Pubertät. Eine Zeit, in der alles durcheinander gebracht wird.“ („In Rente“ von W. Prosinger) Dem kann ich unbedingt zustimmen.

Es kam alles anders!

von Bernhard Noormann

Leben in Rente? 

Viel früher wollte ich meinen Bericht über Erfahrungen im Ruhestand fortsetzen, „Nebenjobs“, „Reisepläne“, „Familienleben“, „Garten- und Hausarbeit“, sollten die Themen werden.

Aber es kam alles anders! Der im letzten Bericht erwähnte Wasserschaden bei uns zu Hause hat uns komplett in Beschlag genommen. Die Erfahrungen mit den unterschiedlichen Handwerkern wurden zu einem Lernprozess. Und so war es wichtig und wohltuend, die „Baustelle“ im Mai für 9 Tage, und dann Ende Juni, noch einmal für 14 Tage verlassen zu können. Und schon bin ich bei „Reiseplänen“.

Neun Tage Spiekeroog – davon 4 Tage mit den Enkelkindern -, Erholung, abschalten, spazieren gehen, Opa sein können. Es war einfach schön!

Genauso war es im Juni, als meine Frau und ich nach Absprache mit dem Bauleiter für 14 Tage zu unserem Sohn nach Bayern fahren konnten, davon 5 Tage Wien, um ein Geburtstagsgeschenk für meine Frau einzulösen.

Konzerte erleben, alte Wiener Kaffeehäuser besuchen, auf den Spuren von Mozart, Beethoven, Strauß, usw. wandeln, die Wiener Hofburg entdecken- schade, dass 5 Tage so schnell vergehen.

Weil liebe Nachbarn bereit waren, die Baustelle zu beaufsichtigen, konnten die Malerarbeiten in dieser Zeit weiter gehen.

Inzwischen sind wir dabei, unsere Wohnung „Schritt für Schritt“ wieder einzurichten, wohl wissend, dass es nun in der Nebenwohnung, die wir bislang bewohnten, weiter geht. Vielleicht sind wir ja zum 1. Advent mit der ganzen Baumaßnahme fertig.

Manchmal liegen natürlich unsere Nerven blank, dann helfen ein paar Schmetterbälle beim Tischtennis; dann hilft ein gemeinsamer Besuch bei Freunden und man kann seinen „Baustellenfrust“ loswerden.